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STT Pilot Sven Fisch im Gespräch mit auto-rennsport.de -  Teil 2 des Sommerinterviews
"Motorsport ist ein Teil meines Lebens geworden"
Viele STT Fans waren Anfang 2009 überrascht, als Sven Fisch nicht mehr mit dem bekannten C-Kadett in der STT auftauchte. Sein Name zierte nun einen roten V8 STAR, der erstmals im Frühjahr in Hockenheim getestet wurde. Der Wunsch war aber schon länger da, einmal ein solches Fahrzeug bewegen zu dürfen, wie der STT Meister von 2001 auto-rennsport.de im Interview verriet. Lesen Sie hier den zweiten Teil des großen Sommerinterviews. 
 © Jürgen Holzer
 Gewachsene Freundschaften für Sven Fisch wichtig 
Gleich im zweiten Jahr gab es den Meistertitel, dazu der erste Gesamtmeister der STT seit mehreren Jahren. Warst du am Ende selbst überrascht?

Das war damals völlig überraschend und eigentlich gar nicht als Ziel eingeplant. Wir hatten damals schon starke Gegner gehabt, unter anderem Helmut Maier, der heute immer noch sehr schnell unterwegs ist und ein harter Gegner war. Ich hätte damals nie gedacht den STT Titel zu gewinnen. Schön ist natürlich, dass sich aus der damaligen Gegnerschaft eine richtige Freundschaft entwickelt hat. Das ist einfach schön.

2003 folgte der nächste Titel, dann im Divinol-Cup. Welcher Titel war schwerer zu erringen, der in der STT oder im Divinol-Cup?

Da würde ich beide in etwa gleich ansetzen. Im Divinol Cup waren es mehr Starter in der Klasse und mit Vorjahresmeister Erich Sickinger im Manta ein Auto, das uns leistungsmäßig klar überlegen war. Es war mehr Kampf, weil doch sehr starke Gegner unter anderem mit Erich Sickinger und Mirko Lubner da waren. Aber ich würde beide Titel schon gleich bewerten.

Jürgen Holzer

Nach 2001 in der STT folgte 2003 der Titel im damaligen Divinol Cup

Nicht nur der Fahrer wurde schneller, sondern auch das Auto. Von größeren Flügeln über Sidepipes und 16V Motor und schließlich der 2,5 Liter Motor. Gerade zu 2-Liter Zeiten warst du damals so schnell wie etwa ein Auto aus der ADAC Procar.

Das Auto hatte ideale Voraussetzungen gehabt wie Frontmotor und Heckantrieb oder DTM Getriebe. Man muss klar sagen, dass ich immer sehr zuverlässige Motoren von meinem Motorbauer Klaus Frank zur Verfügung hatte. Das war einfach von Anfang an das Erfolgsrezept zu einem absolut bezahlbaren Preis. Mit dem Auto hätte man auch heute noch viel Spaß in der 2Liter Klasse und könnte damit noch ganz vorne in der Klasse mitfahren. Mich würde das irgendwie schon noch einmal reizen so ein Auto aufzubauen, um etwa gegen Jochen oder ein WTCC Auto zu fahren.

Mit dem 2,5 Liter Motor funktionierte es dann nicht so wie gewünscht, auch der 16V Motor war wartungsintensiv. War der Aufwand am Ende einfach zu groß, um das hohe Niveau halten zu können?

Als wir dann den starken Motor mit 340 PS hatten, wirkte sich das unter anderem auf die Hinterachse des Autos aus, die damit einfach überfordert war. Es wurde dadurch sehr wartungsintensiv. Die Überlegung war dann, wenn schon so ein hoher Wartungsaufwand, etwas Größeres zu kaufen.

Patrick Holzer

Freundin Petra ist seit zwei Jahren im Golf mit dabei

Macht es dich stolz, wenn du so auf deine Titel und Erfolge zurückblickst.

Titel haben andere auch eingefahren. Jörg Bernhard hat den Divinol-Cup beispielsweise gleich mehrmals gewonnen. Ich sehe das eher als Hobby und Ausgleich zum Berufsalltag. Ich würde nicht sagen Stolz, sonder eher Freude über das Erreichte. 

Du warst ja nicht nur in der STT oder im Divinol-Cup aktiv, sondern bist auch gerade in deiner Zeit nach den beiden Titeln viel auf der Nordschleife gefahren, vor allem am Ende mit deutlich leistungsstärkeren Fahrzeugen. Wie waren diese Erfahrungen für dich?

Auch sehr schön. Man muss sagen, dass die Nordschleife für mich immer noch die absolut schönste Rennstrecke ist. Aber vom Aufwand her, auch von der finanziellen Belastung, ist dies deutlich höher als unser Aufwand bei einer Sprintserie wie der STT. Da braucht man einen Partner, da es allein nicht zu stemmen ist. Mir liegt auch das Format einer Sprintserie einfach besser. Es macht mir einfach mehr Spaß innerhalb von 30 Minuten die Grenzen von Mensch und Material auszutesten und zu attackieren. Das geht auf unserem Preisniveau auf der Nordschleife auf Dauer nicht.

Patrick Holzer

Sven Fisch hat das ideale Auto für sich gefunden

Deine Aufkleber am Auto zitieren immer wieder Ayrton Senna.

Das darf man nicht überbewerten. Mir hat der Ausspruch “Rennsport ist ein Teil meines Lebens“ aber schon immer gefallen und es trifft auch irgendwie für mich zu. Außerdem waren die Autos, auf denen der Spruch zu sehen war, immer erfolgreich. Deshalb ist das Zitat auch auf dem V8STAR zu sehen.

2010 bist du wieder in der STT. Der Kreis scheint sich zu schließen, wie man so schön sagt. Was bedeutet die STT für dich, was macht die Rennserie für dich interessant?

Das sind einmal schöne Rennen, gute hochwertige Gegner, vor allem aber auch die tolle Gemeinschaft unter den Fahrern. Da fühlt man sich wohl, da fühlt man sich aufgehoben. Einfach auch gewachsene Freundschaften im Laufe der Jahre, ja man kann sagen wie eine große Familie. Das ist einfach schön, deshalb haben wir auch keinerlei Ambitionen etwas anderes zu machen. Was natürlich auch noch mit dazu kommt ist das ganze Umfeld der STT, Rolf Krepschik und seine Leute, die das alles super aufziehen und natürlich die gute Berichterstattung, dass man alles so schnell und überall lesen kann. Ich habe auf jeden Fall vor, das noch viele Jahre zu machen.

auto-rennsport.de bedankt sich für das Gespräch

Patrick Holzer

"Die Spezial-Tourenwagen-Trophy ist die Serie, in der ich mich wohlfühle!"

Patrick Holzer

Artikel vom 11.08.2010

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