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Formel 1 - Kurt Thiim (DK) testete den Tyrrell -Ford-008 in Brands Hatch
1980, „a very good year for Kurt Thiim“
Es sind die Jahre in denen Heros wie Alain Prost oder Keke Rosberg neben Ex-Weltmeistern wie Scheckter, Mansel, Andretti, Piquet oder Fittipaldi um Siege fighteten. Gut in Erinnerung ist auch noch das zu dieser Zeit mit dem Mannheimer Jochen Mass, dem Teamkollegen von 
Ex-Weltmeister James Hunt bei McLaren nur ein Deutscher in der F1 vertreten war. Nötige Sponsoren fehlten in den Jahren auch Hans Stuck Jr. 
 © HTS
  Kurt Thiim beim Formel1 Test im Jahre 1980
oder dem neuen strahlenden Stern der Deutschen am Profihimmel, Stefan Bellof. Bei unseren nördlichen Nachbarn in Dänemark war in Sachen Formel-1 alles eher noch ein wenig problematischer. Der Anfang der 80er Jahre dort aufgehende Stern Jahre hieß Kurt Thiim. Der strahlende Blondschopf aus Vojens schoss vom Kart über die Formel-Ford und die Formel Super-VW direkt in die Formel 3. Dort mischte der Däne auch vom ersten Rennen auf dem Nürburgring an im Kampf um den Titel, den er dann holte, kräftig mit.

Manager Jack Nellemann packte die Situation beim Schopf und organisierte einen F1-Test für Kurt Thiim in England. „Jetzt oder nie“, so der Manager, ein renommierter Automobilimporteur aus Kopenhagen. Ohne England ging in der F1 zu der Zeit überhaupt nichts. Jack und Kurt gingen mutig ran. Man brachte mit einigen Mühen das Geld für einen ersten Test zusammen. TASMOL-Chef Christian Mersk aus Kopenhagen unterstützte das ambitionierte Vorhaben ebenfalls spontan. Aber man wusste auch, dass zum Zeitpunkt des Tests noch kein Sponsor für eine volle Formel-1-Saison bereit stand. Man stand also mächtig unter Druck. Alleine hätten wir das bei TASMOL nicht stemmen können“, so der Chef dort. „Verhandlungen hat Jack etliche geführt“, weiß Kurt Thiim noch heute sehr genau. Aber Firmen wie B&O-HiFi, die zuvor mit Surtees F1 machten oder Ansätze bei der aufstrebenden, weltweit agierenden Firma LEGO führten nicht weiter. 

Doch zurück zu Kurt Thiim’s F1-Test. Durchgeführt wurde der im März 1980 in Brands Hatch. Die Strecke liegt im Osten von London, in den flachen Hügeln der Grafschaft Kent. Lange Zeit wurde dort wegen der Nähe zur Millionenmetropole London der Große Preis von England ausgetragen. Kurt Thiim, Manager Jack Nellemann und Christian Mersk flogen nach England. An einem Dienstag sollte getestet werden. Alle drei Dänen waren sehr früh an der Strecke. Man fieberte dem Testtag entgegen. Es war am Morgen noch recht frisch und die drei Dänen trank im Kentagon, dem Pub auf dem Gelände der Rennstrecke oben, gleich hinter der Tribüne von Paddock Hill Bend noch einen heißen Kaffee. Dann waren auch die Männer vom Team Malchester-Racing eingetroffen. Der für den Test vorbereitete Tyrrell 008 stand da. Auf den zu der Zeit superbreiten Goodyear-Walzen unheimlich kraftvoll. Alleine diese beeindruckenden schwarzen Reifen faszinierten die Fans in jenen Jahren ganz besonders. Mechanisch sei alles OK, so James, der Teamchef an der Box 22. Nun konnte man beginnen den Sitz auf Kurt anzupassen. Grob betrachtet passte alles auf Anhieb. Kleinigkeiten, die unangenehm drückten, ließen sich abändern. Dazu musste der Däne einige Male in den engen Tyrrell rutschen und sich immer wieder gewissenhaft anschnallen lassen. 

„Perfekt zu sitzen“, weiß Kurt spätestens seit Formel-Super-VW-Zeiten, „ist der halbe Erfolg. Besonders im Formelwagen“. Das Wetter war für den Test nicht optimal. Aber alles ließ sich, als die Sonne durch kam, ganz gut beherrschen. Als der Wagen warm war, legte ich vier Runden hin“, so Kurt. Dann wurden die Zeiten und das, was der Teamchef gesehen hatte, durchgesprochen. Brands Hatch ist mit dem kurzen Indy-Kurs für einen Test perfekt. Diese Streckenvariante ist gerade mal 1,93 Km lang. Die Berg- und Talbahn mit zwei nach außen hängenden Kurven ist außergewöhnlich anspruchsvoll. Der Bereich der Zielgerade kann vom Boxenbereich eben so gut eingesehen werden, wie der hintere Teil der Strecke ausgangs Spitzkehre Druids, Graham Hill-Bend, der Brabham-Straight, Surtees-Bend und Clearways. Das Team konnte bei klarer Sicht recht gut Sektionszeiten ermitteln. „Ich wurde in jedem „Stint“ schneller“, so Kurt heute. „Und ich reagierte sofort als nach fünf „Stints“ eine nachteilige Einstellung vorgenommen wurde“. 

Kurt verschenkte keine Runde und kam an die Box. Der vordere Flügel musste korrigiert werden. Dann ging‘s weiter. Unsere Tissot-Messanlage zeigte in der gemessenen Zwischenzeit alles ganz klar auf. Kurt erreichte am Machmittag bis auf 1/10 sec jene Zeit die ein britischer Profi bei nahezu gleichen Bedingungen in dem Auto kurz zuvor in den Asphalt von „Brands“ radiert hatte. Alles ist damals für Kurt wirklich gut gelaufen. „Aber trotz TV-Sonderberichten in Dänemark verbuchten wir bei der Sponsorensuche im Nachgang nicht den nötigen Erfolg. Wir hätten ein größeres Budget gebraucht als es angeboten wurde“. Formel-1 blieb ein Traum für Kurt Thiim. Der Formel-3-DM-Titel entschädigte ihn und die Berufung in ein DTM-Cockpit sowie der DTM-Titel und weitere Toppjahre mit Mercedes, sowie Einsätze in Le Mans mit Sauber entschädigten den jungen Dänen, der es durchaus 15 Jahre vor Landsmann Jan Magnussen hätte in die F1 schaffen können. Heute managt Kurt Thiim seinen talentierten Sohn Nicki. Dazu fährt er regelmäßig VLN-Einsätze auf Audi. Gesamtsiege holte Kurt auch in der UHSport-DMV-Serie in Dijon auf einem leistungsstarken V8Star-Modell von SRM-Team-Novidem und Pierre von Mentlen, sowie dort mit einem DTM-Mercedes. Bleibt zu hoffen, dass Kurt und Nicki es mit Hilfe dänischer und internationaler Sponsoren schaffen, weitere Schritte im Tourenwagen- und GT-Rennsport umsetzen zu können. Tourenwagen und GT, das hat er bereits bewiesen. Das kann Nicki Thiim, der Sohn von Kurt Thiim, perfekt. Der Apfel fällt bekanntlich nicht weit vom Baum. 

HTS

Pierre von Mentlen mit Kurt Thiim

HTS

Artikel vom 21.04.2011

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